Ich schubs die Enten aus dem Verkehr, ich jag die Opels vor mit her, ich will Spaß ...“ Dass es in diesem Lied der Neuen Deutschen Welle um einen italienischen Sportwagen ging, scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Dies zeigt die derzeitige Diskussion um ein Tempolimit für Klein-Transporter.
Vor einigen Jahren waren es die schweren LKW, die, so die landläufige Meinung, allen anderen Autofahrern das Leben erschwerten. Sie waren vermeintlich an den schlimmsten Unfällen auf den Autobahnen schuld. Heute stehen plötzlich die Kleintransporter in der öffentlichen Diskussion. Von 1998 bis 2003 ist die Zahl der beteiligten 2,8- bis 3,5-Tonner an Unfällen mit Personenschaden auf Autobahnen um über 50 Prozent gestiegen. Dass sich gleichzeitig die Zahl der Zulassungen in dieser Fahrzeugklasse überproportional entwickelte (Stichwort Freihauslieferung), stand eher am Rande der Aufmerksamkeit. Durch die Medien geisterten fortan die rasenden Kleintransporter, die unser aller Sicherheit bedrohen.
Da es in dieser Diskussion um Verletzte und Tote, um Menschenleben geht, muss sie sachlich und redlich geführt werden. Schon viel zu lange wird das Thema Tempolimit populistisch, gar polemisch behandelt.
Sachlich und rational gehen die Herausgeber der wissenschaftlichen Studien zum Thema (Dekra, Verkehrstechnisches Institut der Deutschen Versicherer und die Bundesanstalt für Straßenwesen) auch mit den meisten Forderungen um, die sie aus ihren Ergebnissen ableiten. Diese lauten Verbesserung der Fahrzeugtechnik wie serienmäßiges ESP, eine Überwachung der Lenk- und Ruhezeiten sowie allen voran eine bessere Fahrerausbildung. Denn die Ergebnisse der Untersuchungen sprechen für sich: Es sind vor allem die jungen Fahrer bis 24, die überproportional an Unfällen beteiligt sind.
Sobald jedoch die Frage des Tempolimits aufkommt, überschlagen sich die Emotionen. Aussagen wie „Das wäre doch der größte Quatsch“, „Der Geschwindigkeit wird eine viel zu große Bedeutung beigemessen“, „Solche schnellen Geschosse gehören nicht auf die Autobahn“, hört man allenthalben in der öffentlichen Diskussion.
Da bleibt zu hoffen, dass das Bundesverkehrsministerium, falls es eine Entscheidung treffen wird, sich nicht von Emotionen leiten, sondern von Fakten dirigieren lässt.
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